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Warum Buenos Aires nichts für Triathleten ist!

Du bist chronische Fremdgänger. Gerade versuchst du aber mal treu zu bleiben. Mal wieder. Du hast es schon unzählige Male versucht, geklappt hat es aber – seien wir ehrlich – NIE. Und wenn du glaubst, deine Freundin hat das noch nicht gemerkt, weil du es natürlich nicht erzählt hast, forget it! Deine süße Mausejule vögelt auch fremd. Das nur nebenbei. Also, zurück zu deiner Challenge: Das neue Jahr hat angefangen und dieses Mal willst du eisern sein. Bis deine Kumpels dich anrufen, du gerade chronisch unter*****t bist und mitgehst. Was passiert ist klar. Du konntest nichts dafür. Die Verführungen waren einfach überall. Du warst all dem ausgeliefert. Eine Folter, die blöderweise auch noch Spaß macht mit Happy End. (So lange die Freundin nix erfährt).

1. Wenn schönes Wetter fast zu schön ist

Willkommen in Buenos Aires. So ähnlich ist es mit dem Triathlon in dieser Stadt. Du willst dem Training treu bleiben, aber die Verführungen sind einfach zu groß. Als Triathlet bist du hier verloren. Nach der Landung, strahlend blauem Himmel, den du im Kunstunterricht in Klasse 9 nicht besser hingekommen hast, ist noch alles tutti frutti. Im Taxi, dass soweit runter gekühlt ist, dass es schon fast als Eiskammerersatz für die Regeneration dienlich sein könnte, strahlt die dicke Backe noch. Und dann, der erste “frische Luft” Kontakt. Statt Training ist mir lieber nach Cocktails serviert von luftig bekleideten Argentinierinnen, die mir bitte alle 5 Minuten Eiswürfel in meinen Ausschnitt (wahlweise auch die Kimme) stecken. Möglichst groß, por favor. Die Hitze drückt hier so, wie mir die Schuhe, als ich noch klein war. Also, ran an die Bar. Die loca ladies fehlen. Mir egal. Die Drinks schmecken.

2. Schwierige Traingsbedingungen

Am nächsten Morgen gehe ich dennoch laufen. Das schlechte Gewissen meldet sich zu Wort. Noch. Ich schwitze. Nein, triefe wie die Wasserfälle von Iguazu. Dann doch lieber anschauen, als selbst einer sein. Die Temperatur ist aber das kleinste Problem. Ist ja ne Verführung, die besser ist als Training um den Gefrierpunkt im Heimatland, dass sich auch noch so unsexy anhört wie Empanada. Das “problemo principal” ist die kulinarische Küche. Neben der Tatsache, dass es Schwimmbäder in der Stadt so selten gesäht sind wie Argentinier, die gut Englisch sprechen, und Fahrrad fahren in der Stadt gefährlicher ist, als mit der Rolex am Arm durchs Drogenviertel in Rio zu laufen. Das Schwimmbad, dass mir genannt wurde war auch noch ein Hallenbad. Bei durchgängig 30 Grad eher eine Qual als Wahl, seien wir ehrlich. Mein täglich Wasser gib mir heute, war seitdem die Dusche morgens und abends.

3. Das kulinarische Paradies

Zurück zum Hauptproblem – das kulinarische Paradies Buenos Aires. Was ja auf den ersten Blick keins ist. Aber welcher One-Night-Stand hat sich nicht schon mal als trügerisches Flittchen rausgestellt ohne am nächsten Morgen “Danke” zu sagen und dabei auch noch den Champagner aus dem Kühlschrank zu klauen. Denn selbst das gesündeste und beste Essen, kann den Bauchansatz stark unterfüttern wie das eine Robbe vor dem kalten Winter macht, wenn man davon zu viel isst. Und dann beginnt sich der Teufelskreis erst in Wallung zu drehen. Denn das Essen und auch die passenden Kaltgetränke dazu sind hier um einiges günstiger als in Europa. Ungefähr drei Gin Tonic, um das mal sinnvoll im Tagesgeschäft zu übersetzen. Hinzu kommt, dass ich ja dann auch meiner Verantwortung als ehrenhafter Blogger extrem engagiert nach gehe und versuche Euch auch in einem City Guide (folgt noch) Tipps zu geben. Auf die Idee kam ich, als es schon zu spät war und ich mein Gewissen dringendst ruhig stellen musste, bevor es mir noch den Flug umbucht und ich schon früher wieder in Deutschland bin, als ich den dritten Gin Tonic ausschlürfen kann.

4. Es fehlt an physischer Motivation

Und so verstreichen die Tage, an dem die einzige sportliche Aktivität der Weg zum nächsten Restaurant ist. Der Weg zurück dann doch lieber wieder Taxi. Das Aufmachen der Türe – eine Ziehbewegung – zeigt mir, dass der “Latissimus Dorsi” zumindest noch da ist. Immerhin. Das letzte Problem in dieser äußert bekömmlichen Reihe von “Wie werde ich nicht fit im Ausland” sind fehlenden Testimonials vor Ort. Ohne den netten Argentiniern da zu nahe treten zu wollen, aber den Körperkult wie die Münchner haben sie nicht. Um sportliche Menschen zu sehen braucht es schon viel Glück oder Geduld. Beides hatte und habe ich nicht. Geschweige denn, dass man viele Läufer sieht. Es ist also keineswegs so, dass man an jeder Ecke daran erinnert wird, was man eigentlich tun sollte. Fatal!

Im Großen und Ganzen lässt sich also festhalten, dass es schön war, die Sportsachen dabei zu haben (4x war ich immerhin laufen + 2x Zugseil-Trockentraining + 17 Schwimmzüge im Pool). So konnte ich wenigstens die 23kg Freigepäck vollbekommen. Beim nächsten Mal investiere ich dann vielleicht das Gewicht doch eher in einen Vitamix. Ach, nee. Den hab ich ja schon dabei. Dann vielleicht einen Entsafter. Ach, mir fällt schon was ein.

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