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Sei einzig, nicht artig! | Der Weg zum Glück

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mit Meinungen nicht inne halte. Ich habe das mal versucht und bin immer wieder (kläglich) gescheitert. Jetzt lese ich gerade dieses Buch mit dem gleichnamigen Titel und ich muss sagen: Was oft falsch scheint, ist doch meistens richtig!

Jetzt weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Roter Faden und so. Bei mir hat sich der eigentlich immer erst während der praktischen Umsetzung ergeben. Dieser Streber, die immer schon das ganze Skript in voller Gänze entwickelt hatten, bevor es in den Schnitt ging. Verstanden habe ich die noch nie! Aber beim beruflichen anzufangen ist in dem Zusammenhang gar nicht so verkehrt.

Kurz für alle, die nichts mit dem Titel anzufangen wissen: Es geht darum so zu sein wie man ist und sich nicht von anderen Personen und scheinbar festen gesellschaftlichen Gesetzmäßigkeiten verbiegen zu lassen.

ICH WAR NICHT IMMER KOMPATIBEL

Im Berufsleben war ich nicht immer kompatibel. Ich erinnere mich da an eine Zeit zurück am Anfang meines Berufslebens. Motiviert, engagiert und bestrebt viel zu lernen und weiterzukommen. Über Leichen bin ich und wollte ich nie gehen. (Werde ich auch nicht!) Aber ich war mir immer am Nächsten. Meine Meinung blieb selten lange im Inneren. Gutes wie Schlechtes. Nur bleibt meistens das Schlechte eher hängen. Ist so in dieser Gesellschaft. Also machte ich mich durch meine extrovertierte, selbstsichere, fordernden und sehr offenen Art sehr schnell unbeliebt. Das erfuhr ich aber immer nur beim Jahresgespräch von meinem Chef.

Mir wurde geraten mich etwas zurückzunehmen und mich mehr in die Lage der Anderen zu versetzen. Mir wurde nicht gesagt, dass ich mit dem was ich sagte falsch liege, sondern nur, dass es falsch ankommt oder nicht richtig verstanden wird. Fachlich top – menschlich flop. Da hatte ich den Salat. Ich machte eigentlich nichts falsch und trotzdem konnte ich nicht gewinnen. Irgendwie unfair.

MEINE REAKTION WAR RÜCKZUG

Meine Reaktion war, dass ich mich zurückzog. Meine Art zügelte und ein Neutrum und den meisten anderen Mitläufern und ‚Arschkriechern‘ wurde. Unauffällig machte ich meinen Dienst. Meine Chefs fragten mich unmittelbar nach einer Woche, was los mit mir sei?

René, ist alles in Ordnung bei dir?

Ich war nicht mehr der René, der ich eigentlich bin. Nicht impulsiv. Begeisterungslos. Ich diskutierte nicht mehr. Meine Meinung relativierte ich, weil ich auch merkte, dass viele (selbst konstruktive) Kritik als Angriff werten. Angriff auf deren Ansehen. Angriff auf deren Position. Motivation nach Dienst, nannte ich es ab sofort.

ICH WAR GEFANGEN UND MEINER STÄRKEN ENTLEDIGT

Ich war gefangen. Von extern reguliert. Von Mitarbeitern, die mich nicht auf Dinge ansprachen, sondern einfach interpretierten ohne mich anzuhören. Aus fehlender Courage und vielleicht auch aus Angst, dass der auf der anderen Seite doch nett sein könnte?! Das Ergebnis: Ich war artig, aber nicht mehr einzig. Und wer mich kennt, der weiß, dass mir Regulation die Lust und vor allem meine Kreativität nimmt.

Meine Art ist nicht immer einfach, das weiß ich. Und das gilt nicht nur im Beruf, sondern auch im Privatleben. Ungemütlich kann ich sein. Egoistisch, ja. Aber liebenswert. Für mich geht es oft um die Sache, nicht um die Person, die etwas falsch oder richtig gemacht hat. Ich bin der Erste, der lobt. Der Letzte der Neid versprüht. Gutes muss gewürdigt und anerkannt werden. Schlechtes muss angesprochen und verbessert werden. Am Ende zählt das Ganze, nicht der Einzelne.

MENSCHLICH DAZU GELERNT, ABER DIE LEIDENSCHAFT VERLOREN

Am Ende, in den letzten Monaten, kurz bevor ich beschloss andere berufliche Wege zu gehen, hatte ich das Gefühl, dass das Eis langsam gebrochen war. Mitarbeiter verstanden mich, die Beziehung vieler zu mir wurde viel besser. Vielleicht auch, weil ich versuchte mich besser zu erklären. Das ist das Gute. Das Schlechte: Es war zu spät. Die Lust war vergangenen und meine Motivation mit meiner Art dort anzuknüpfen, womit ich am Anfang Karriere machte, nicht wieder herzustellen. Am Ende wurde ich von meinem Chef gefragt, was ich mitnehme. Und ich antwortete: Ich habe mich menschlich ein ganzes Stück weiterentwickelt. Dem war auch so. Keine Frage. Aber nur gegen ein Opfer – Die Leidenschaft am Job, der mir so viel Spaß machte.

NICHT IHR SEID DER FEHLER

Was ich damit sagen will: Ihr müsst Euch treu bleiben. Wir sind nicht perfekt. Niemand. Aber jeder funktioniert am Besten, wenn er sich nicht verstellen muss. Nur dann ist er glücklich und nur dann kann er Dinge schaffen und Höchstleistungen bringen. Viel zu selten hinterfragen wir Dinge. Wir nehmen sie hin und akzeptieren den Status Quo. Und dann regen wir uns wieder und wieder über das Gleiche auf. Das Problem ist offensichtlich, aber wir sehen es nicht, weil uns oft vermittelt wird, dass wir der ‚Fehler‘ sind. Und dann geht der Teufelskreis los. Im schlimmsten Fall wiederholt er sich immer und immer wieder.

In meinem genannten Beispiel war nicht ich der Fehler. Auch nicht meine Kollegen. Ich war einfach nicht im richtigen Umfeld, in dem ich funktionieren kann. Das ist mir erst danach klar geworden. Meine Kreativität war zu sehr eingeschränkt und mein Chef und ich sprachen nicht eine Sprache. So ist das im Leben. Niemand hat Schuld. Es zu erkennen, die Kunst. Und wer es schafft zu erkennen, wie er am Besten funktioniert und worin seine wirkliche Leidenschaft liegt, der wird verstanden werden.

Und dieser Flow macht einen dann glücklich, weil man einzig sein kann und nicht artig sein muss. 

Das Buch hab ich erst angefangen zu lesen, aber es hat mich schon jetzt inspiriert diesen Blog zu schreiben, weil es sich nahtlos einfügt in meiner Erfahrungen der letzten Bücher und 2 Jahre. Wer sich auch dafür interessiert – hier geht’s zum Buch.

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8 Comments

  • Robert Schönfeld
    14. Januar 2017 at 18:08

    Ich bin ein bekennender Genussläufer/ Sportler und trockener Depressiver. Bei den hohen sportlichen Zielen die ich mir jedes Jahr setzte ( u.A. Marathon, 70:3) Dabei verzichte ich auf Druck in der Vorbereitung aber auch ohne Selbstüberschätzung. Ich verzichte auf persönliche Bestzeiten und bin Glücklich im Finish. Auch wenn es manchmal die Flucht vorm Besenwagen war. Mein Umfeld hatte mir immer von diesen Events abgeraten. Ich war also Einzig nicht Artig. Der Zieleinlauf am Brandenburger Tor war mein Glücksmoment. Darüber habe ich in meinem Blog geschrieben. Dieses Jahr bin ich auf Rügen zum 70:3 und mache eine motivierte Vorbereitung ohne Trainingsplan. Zur Vorbereitung gehören auch eure Beiträge auf YouTube.

  • Patrick
    16. Januar 2017 at 22:56

    Hey Rene. Sehr geiler Artikel. Das ist genau das was ich an deinem Blog und auch deinen Vlogs so geil finde ihr seit wie ihr seit. Durch deine offene, direkte,lustige aber auch kritische Art habe ich mich inspirieren lassen und mich rdazu entschlossen auch einen Blog zu starten. Also habe ich vor ein paar Tagen damit angefangen. (Bevor ich diesen Artikel gelesen habe) Ich hab mich bei meinem ersten Artikel gefragt warum ich das mache? Du hast es in deinem Artikel auf den Kopf getroffen! Jetzt hab ich die Antwort. Dank!!!

    Gruß Patrick

  • Ralph Gerlach
    17. Januar 2017 at 9:18

    Großartiger Artikel!!
    Ich werde bald 50, habe ganz viele Berufsjahre so erlebt, wie du beschrieben hast. Deshalb ist es wichtig so schnell wie möglich „anders“ zu handeln. Ich habe jetzt ein recht gutes berufliches und auch privates Umfeld in dem ich meine Meinung kundtun kann, ohne danach gemieden zu werden 😉 Man selbst zu sein ist sehr wichtig, sonst rutscht man schnell ab in Depris oder so.
    Macht immer wieder Spaß deine Artikel zu lesen und auch die Videos zu sehen.

    so long

  • ehsmt
    17. Januar 2017 at 13:36

    Hallo Rene –

    du tust dir wohl gerade ein wenig schwer mit der Motivation.
    Ich sehe deine Zukunft nicht in der Bücherrezension 🙂

    Ich setze auf Wolfgarten – der wird dich wohl wieder in die Spur bringen und wenn das Wetter wieder passt verschwinden die Bücher ohnehin im Regal 🙂

  • Saida
    27. Januar 2017 at 21:08

    Hi!
    Rene, du musst das Buch nicht zu Ende lesen.
    Vieles läßt sich auf 2 Sätze reduzieren:
    „Everything is going to be fine in the end.
    If it’s not fine it’s not the end.“(Oscar Wilde)

    😉
    MfG

  • Raf
    11. Februar 2017 at 10:39

    Tja da gibt es nicht mehr hinzu zu fügen..der Blog könnte von mir nicht besser geschrieben worden sein..trifft mich 1:1 gleich!

    Grüsse dich aus Zürich
    Raf

  • Jens Trepke
    19. Februar 2017 at 8:05

    Sehr geil geschrieben und in dem einen oder anderen Satz habe ich mich wiedergefunden.
    Bist ne coole „Socke“ Rene!

  • Burkhard
    24. Juni 2017 at 0:16

    Hallo,Rene …
    möchte mich auch mal für Deine Beiträge ,in Wort und Bild,bedanken…
    Insbesondere,bzw. auch,in Union mit Deinem Kumpel Nelson kommt da dieser Spirit rüber,bei dem es natürlich darum geht, sich zu verbessern…aber unverkrampt,offen , respektvoll und mit ’nem Schuss Ironie und Witz.
    Das alles kann man haben…ob man den Köln Marathon ’16 in 2:46,wie Du …oder in 4:25,wie ich,läuft…ist dann zweitrangig…
    Aber ich werde mich weiter tunen,schneller werden und 2018 wieder in Köln starten (dieses Jahr geht’s nach München).
    Laufen als Ausdruck einer Philosophie,die sich auch in andere Altagsbereiche übertragen lässt…kommt mir nicht zu pathetisch vor…und mein Ärger darüber,erst vor wenigen Jahren diesen Sport(bin als ehemaliger Schwimmer sogar eher talentfrei)für mich entdeckt zu haben,ist echt, aber auch Antrieb …
    Grüsse nach Köln

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