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Radaufbau in Real Life | 3 Gründe das Risiko zu wagen

Radaufbau Festka

Der Akt des Radaufbaus ist Besonders. Ich würde sagen es ist wie das Kennenlernen zwischen Mann und Frau und heutzutage so selten geworden ist. Nämlich das Zeitnehmen für gewisse Dinge ohne zu hetzen, um eine besondere Verbindung zu schaffen. 5 Gründe, warum du es auch machen solltest.

Mein Radaufbau hat mir nicht nur gezeigt etwas zusammen gebaut wird. Das wäre zu einfach, obwohl es anstrengend genug war – geistlich. Es war eine Reise ins Ungewisse, deren Entscheidung Mut erfordert hat. Ja, MUT. Denn ich hatte absolut keine Ahnung wie das geht. Und wenn ich sage keine Ahnung, dann meine ich das auch so. Klar, habe ich mal einen Reifen gewechselt und nach Tutorials meine Sram Red 22 eingestellt bekommen – mit Hängen und Würgen und beinahe Zusammenbruch. Aber das war’s auch!

Der Radaufbau hat mir eines deutlich gemacht: Es lohnt sich mutig zu sein, um danach mit Leidenschaft und Hingabe etwas aufzubauen. Das erfordert nicht nur volle Konzentration, sondern auch Geduld. Meine größte Schwäche! Und ich habe es dennoch geschafft und noch viel mehr gelernt. An Skills, Wissen und mein Rad. Vor allem hat mir der Radaufbau etwas für das ‘wahre’ Leben gelehrt, dass uns oft im Alltag verloren geht: Nämlich Dingen Zeit geben. Bevor ich zu romantisch werde, legen wir besser los.

Meine 3 Gründe, warum der Radaufbau dich weiterbringt:

Wissen & Verständnis durch Radaufbau

Das erschließt sich denke ich von selbst. Nur wer selbst macht, kann auch raffen, was er da macht. Ist wie beim Kochen. Nur wer selbst macht rumschnibbelt und abschmeckt, der wird ein guter Koch. Hoffnungsvolle Küchen-Trottel sind freigestellt! 🙂 Als, ich das Werkzeug bekam war ich krass überfordert. Den ein oder anderen Schlüssel kannte ich. Bei anderen Sachen half noch nicht mal die Bedienungsanleitung. SHIT HAPPENS! Ich packte diese ganzen komischen Sachen aus. Mein erster Gedanke:

René, du solltest definitiv dieses Rad selbst aufbauen!

Aber ich liebe die Herausforderung. Und in Zeiten von Youtube & Co kann man sich dann doch oftmals selbst helfen. Und wenn man etwas mitdenkt, sogar auch irgendwann logisch Dinge schlussfolgern. WENN! 😉 Es war wirklich eine spannende Reise. Glücklicherweise hab ich durch die Kooperation mit Parktool wirklich alles gehabt, was ich brauchte. Und zwar in Top-Qualität. Ohne das wäre sowieso schon mal nix möglich gewesen.

Und eins kann ich sagen: Gutes Werkzeug oder erst mal ein Bike-Stand erleichtert die Arbeit ungemein. Was hab ich früher mein Bike an den Wohnzimmertisch gestellt und, während das Rad wackelte und alle 3 Sekunden umzufallen drohte, versucht irgendwas zu reparieren. Die Hölle! Und so habe ich angefangen. Peu á Peu. Mich getraut einfach zu machen. Nicht, dass das ein Hexenwerk wäre. Wie sich später rausstellte, ganz im Gegenteil. Aber es einfach zu tun. Die Hürde an einem 5500,- Carbon-Rahmen rumzufummeln ohne Erfahrung, war schon eher waghalsig. Aber hey: No Risk – No Fun.

Und so habe ich das Tretlager eingebaut, die Schaltkabel meiner Hydraulischen SRAM-Scheibenbremse gekürzt oder zum allerersten Mal mit dem größten Kraftaufwand in den letzten 6 Monaten – KEIN WITZ – Tubeless-Reifen montiert. WTF – I can tell you!

Nach meinem Aufbau kann ich heute sagen: Ich habe so viel gelernt, wie glaube ich zuletzt in der Schule vor dem Abi. Und das in so kurzer Zeit. Mit Sicherheit weiß immer noch nur einen Bruchteil dessen, was da abgeht am Rad. Aber ich habe jetzt ein solides Grundwissen und ein Verständnis vom Rad.

Radaufbau in Real Life: Mut etwas zu wagen. Etwas zu tun, worauf man Lust hat, aber keine Ahnung, wo es endet. Mit Leidenschaft ist alles möglich!

Zeitersparnis & Flexibilität

Mit Sicherheit habe ich zeitlich gesehen länger gebraucht als ein Mechaniker. LOGO! Die Jungs haben ja auch alle ihre Berechtigung genau deswegen. Gut so! Aber so viel Zeit habe ich am Ende netto gar nicht gebraucht. Kann das aber nicht so genau sagen, weil ich ja auch immer damit beschäftigt war zu filmen oder Fotos zu machen. Dafür bin ich jetzt nicht mehr der Depp, der einfach sein Rad wegbringt, wenn er was komisches hört und am Ende stellt sich raus, dass das Hinterrad nicht sauber eingespannt war.

Mit Zeitersparnis beim Radaufbau meine ich sein Rad einfach mal eben zuhause zu ‘checken’ und kleine bis mittlere Reparaturen (vielleicht sogar Große) selbst zu machen. Dabei spart man sich die Zeit zum Radladen in jeden Fall. Mal davon abgesehen, dass man erstmal einen Termin bekommen muss. Heutzutage wartest du nämlich mindestens 3-5 Tage bis du dein ‘Baby’ zurück hast. Außerdem ist man mit einer eigenen (kleinen) Werkstatt so flexibel. Egal wann, man kann immer was am Bike machen! Ohne warten zu müssen. TOP!

Festka One Disc

Kurzer Einschub zu den Kosten: Die Ausstattung der Tools kostet erstmal. Meine Basis war das ‘Park Tool PK-3 Professional Tool Kit’ und der Montageständer ‘PRS 25’. Wenn ich aber mal zurückdenke, wie viel Geld ich in der Vergangenheit für absolute Kleinigkeiten im Fahrrad-Laden gelassen habe, wird mir schwindelig. Vielleicht rechnet sich das nicht direkt im ersten Jahr. Aber eins ist sicher: Es macht deutlich mehr Spaß und wie heißt es doch so schön: Selbst ist der Mann!

Radaufbau in Real Life: Ein zuerst groß erscheinender Invest zahlt sich am Ende aus und – viel wichtiger – erhöht die Lebensqualität, weil mehr Flexibilität!

Spaß & Verbindung

Für mich ist das vielleicht sogar der wichtigste Grund, warum man anfangen sollte selbst zu schrauben. Ich habe – hört sich jetzt etwas kitschig an (i know) – eine ganz andere Verbindung zu meinem Bike. Meine Hände haben es sozusagen erst zum Leben erweckt. Außerdem hat es viel Spaß gemacht und mich auch Geduld gelehrt. Teilweise war es sogar ein wenig wie Mediation in meine ‘Werkstatt’ zu gehen und zu schrauben. Oftmals saß ich da auch einfach nur und habe absolute Kleinigkeiten gemacht. Oder mich nur an meinem Bike ergötzt. Eins habe ich aber noch nicht: Einen Namen!

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