Triathlon

FISCHBRÖTCHEN IN DER WECHSELZONE | HAMBURG BEKOMMT EINEN IRONMAN

Viel wurde in den vergangenen Wochen und Monaten spekuliert – nun ist es offiziell: 2017 wird in der Hansestadt Hamburg einen Ironman Hamburg geben.

Die Facts:

 

Datum: 13. August 2017
Anmeldung: ab 23.9. 2016
Die Strecke:
3,8km Schwimmen durch die Binnen- und Außenalster
180km Rad aufgeteilt auf 2 Runden durch die Hafen-City
42,195km Laufen in 4 Runden um die Binnen- und Außenalster
ZIEL: Rathausmarkt

MEIN KOMMENTAR ZUM IRONMAN HAMBURG

Ich bin kein Nordlicht oder Hamburger, die mit Sicherheit alle schon Urlaub für den 23. September genommen haben, um sich anzumelden. Alle Triathleten im Norden haben gerade eben wahrscheinlich die Arbeit stehen und liegen lassen und erst mal neues Material auf allen erdenklichen Online-Shops geordert. Ja, das kann ich verstehen. So ein prestige-trächtiges Rennen vor der Haustüre, das muss den Rücken runter gehen wie zwei Ladungen Ketten-Öl. Außerdem bis auf Rügen wurde der Norden ja weites gehend in der Vergangenheit, was große Triathlon-Veranstaltungen angeht, außen vor gelassen.

Und jetzt dieser HAMMER! Natürlich freut es mich, dass so ein großes Event nach Hamburg kommt und wir damit ein weiteres großes Triathlon-Event auf unser Landkarte finden können. Das ist ja erstmal, um hier die allgemein bekannten, platten Aussagen mitaufzunehmen, ein gutes Zeichen für den Triathlon-Sport in Deutschland. Mal davon abgesehen, dass dem tatsächlich so ist.

ABER WAS BEDEUTET DIESER IRONMAN IN HAMBURG WIRKLICH?

Ganz nüchtern betrachtet ganz einfach 115 Slots für Hawaii auf deutschem Boden – statt der bisher “nur” 75 aus Frankfurt. Das dürfte viele freuen, die bisher immer zu faul waren weiter weg zu reisen, denen selbst Frankfurt zu weit war oder der Juli zu früh, weil die Motivation im Winter nicht vorhanden und die Form nicht vorherrschend! 🙂

Für alle nicht Nordlichter heißt das aber auch: Der Wechselbeutel wird voll sein mit Regenjacke, Ärmlingen und Beinlingen. Hoffentlich hat man da beim Design der Hamburg-Beutel dran gedacht! Vielleicht gibt es ja dann sogar das erste Mal Heizstrahler in den Wechselzelten. Das wär doch mal was. Das Gute ist, im Vergleich zu anderen Rennen, selbst wenn es regnet in Hamburg, es werden genug Fans an der Strecke stehen. Das Wetter ist man ja schließlich gewohnt und dann bei paar sexy, kranken Triathleten bei den Qualen zuzuschauen, mal eine Willkommene Ablenkung.

Alle NICHT-Wasserratten, ihr dürft jubeln. Zittern kommt maximal noch vor Kälte vor, aber nicht vor der Ankündigung, dass eventuell ohne Neoprenanzug geschwommen wird. Geil, oder?

Aber wisst ihr worauf ich mich am meisten freuen würde???? – Auf die Fischbrötschen an den Verpflegungsstellen. Ein Hauch von extremen Triathlon-Fisch-Geruch in Hamburg, gefolgt von einem Pfurz-Konzert in der Nacht, dass die – immer noch nicht fertige Elbharmonie 2 – in ihrer Premieren-Vorstellung 2020 – oder so – aufführen wird! Triathlon endlich eine Kunst. Wird aber wohl an der Fertigstellung scheitern. Schade.

DAS DATUM IST PERFEKT

Selbst im August besteht in Hamburg die Möglichkeit auf Sonne – oder sagen wir – zumindest einen Tag ohne Regen. 🙂 Ich weiß, ich übertreibe etwas. Das ist mein niederrheinischer Hochmut. Ich habe euch dennoch lieb. Und mag Hamburg. Zumindest das eine Mal, dass ich da war, wo es regnete. Egal. Aber im Ernst: Das Datum ist top, weil es noch gut liegt, um die Reise nach Hawaii anzutreten. Ausreichend Vorlauf und Zeit dazwischen für die Regeneration. Das passt. Wenn ich nicht schon Roth machen würde, ich würde dort starten. Denn einer Sache kann man sich sicher sein, in der etwas gebeutelten Sport-Stadt Hamburg. Dort wird ein Event hingezaubert, dass vieles vorher da gewesene in den Schatten stellen wird. Da bin ich mir sicher. Dafür ist die Veranstaltung auch mit der medialen Präsenz viel zu wichtig. Als Zuschauer werde ich auf jeden Fall da sein.

IRONMAN HAMBURG ALS PROBLEM FÜR ANDERE EVENTS?

Man muss sich nur Frage stellen, was mit so einigen anderen Rennen passiert. Ironman Maastricht/Limburg zum Beispiel. Viele sind bisher im August immer da gestartet, weil es wenig andere Alternativen gab. Viele Deutsche werden jetzt doch lieber beim Ironman Hamburg starten. Und sogar viele Niederländer oder Triathleten aus den Benelux-Ländern werden dem Charme der Fischbrötchen und attraktiven Hamburgerinnen verfallen. Ganz sicher. Also, bleibt weg, so ist mehr für mich da! :-)))) Die anderen Events wie Ironman Schweden oder Copenhagen sind meiner Meinung nach zu etabliert, als dass es diese betreffen wird. Zumal Schwedinnen….egal. Lassen wir das

IRONMAN VERSUS CHALLENGE GEHT WEITER

Nachdem Ironman Frankfurt auf das gleiche Datum fällt wie die Challenge Roth, nun auch eine terminliche Liebkosung zwischen dem Ironman Hamburg und der Challenge Regensburg. PUH! Wir sprechen hier von den vier größten Triathlon-Veranstaltungen in Deutschland – vielleicht sogar in Europa – und dann so eine unharmonische Affäre. Natürlich ist das nicht geil und suboptimal. Glaube ich mal beiden Parteien, dass es nicht anders geht, geschenkt wird dem andern dennoch ungerne was. Dafür lege ich mal meine Hand ins Laufrad.

Als Journalist und Sport-Reporter sehe ich das unproblematisch. Viele sprechen immer davon, dass sich die Events gegenseitig die “airtime” im TV wegnehmen. Das ist doch Bullshit. Wir sprechen immer noch von Triathlon – so sehr ich diesen Sport liebe. Zu Sky-Zeiten haben wir nur Frankfurt und Roth gemacht. Maximal 1:30 Länge. Wenn ich nicht da war, eher weniger oder als Off-Maz. (Also, eine gesprochene Nachricht mit zum Teil Bildern drüber gelegt) Es würde so oder so nicht passieren, dass – würden alle Events auf 4 Wochenenden fallen, sich die Sport-TV-Welt in einer Berichterstattung über Triathlon überschlägt und vier Mal 2-3 Minuten Beitrage zeigt: NEVER. Ich glaube, dass die Ballung der Veranstaltungen auf zwei Wochenende eher besser ist. Weil so kommt eigentlich kein Sender dran vorbei, der was auf Sport hält, über alle 4 Veranstaltungen zu berichten und JEDE bekommt was ab. Weil, wer über Hamburg berichtet, muss auch über Regensburg berichten. Dort sehe ich also eher den Synergie-Effekt. Und aus Marketing-Sicht bringt es mehr einmal einen TRIATHLON-KNALL auszusenden, was die Wahrnehmung und Aussenwirkung angeht, als 4x eine Explosion. Der KNALL bleibt eher im Gedächtnis. Andernfalls habt ihr den Knall nicht gehört. :-)))))

FAZIT

Abschließend kann ich nur sagen, dass es geil für unseren Sport ist, dass wir immer mehr versuchen solche Eckpfeiler wie den Ironman Hamburg zu etablieren. Und wenn Ironman das Stargeld nicht an die Mietpreise der Hansestadt Hamburg angleicht, wird die Veranstlungen direkt ausverkauft sein. 100%ig.

 

 

 

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2 Comments

  • sonicsearcher
    20. September 2016 at 10:31

    Auch wenn man über das grundsätzliche Gehabe der IRONMAN-Macher (WTC) zurchaus geteilter Meinung sein kann: Eine IRONMAN-Langdistanz in das Herz der zweitgrößten Stadt Deutschlands zu bringen halte ich echt schon für einen ganz großen Coup, der eigentlich alle glücklich machen könnte: Die Medien kriegen Top-Sport vor traumhafter Kulisse (die Macher dementsprechende Aufmerksamkeit der Medien), die Athleten ein sicher unvergessliches Erlebnis mit Sightseeing-Tour, die Zuschauer ein (weiteres) schönes Event vor die Haustüre. O.k. Viele Top-Stars werden auf Nummer sicher gehen und Ihre Kona-Tickets schon vorher anderswo lösen und hier entsprechend nicht am Start sein. Das Wetter…ja, könnte ein Thema werden – zumal Du den WIND vergessen hast. Ich denke aber, dass alleine der Standort dem Triathlon-Sport insgesamt helfen wird weiter nach vorne zu kommen. Viele andere Rennen sind zwar top besetzt, super organisiert und sonstwas, finden aber quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
    Ein IRONMAN in einer der schönsten Großstädte Deutschlands – wie geil ist das denn Digger!

  • Rico
    10. Oktober 2016 at 21:24

    Hier etwas verspätet mein Kommentar:
    Erstmal natürlich super Beitrag wie immer!
    Und ich freu mich schon riesig auf einen Ironman bei uns im Norden!
    Aber hier kleine Info:
    Auch bei uns sindim August MACHMAL, ganz selten Temperaturen über Null Grad. 😉
    Aber Spaß bei Seite, ich würde mir über das Wetter nicht zu viele Gedanken machen. Im Sommer sind auch in Norddeutschland Temperaturen über Zwanzig Grad nicht unüblich und es herrschen nicht immer nur die klischeehaften Zehn Grad und Dauerregen. 😀

    LG Rico

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