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FRODENO VELETZT | DAS VERÄNDERT KONA KOMPLETT

Jan Frodeno - Ironman Kraichgau 70.3

WOW! WOW! WOW! Jan Frodeno – der Dominator der Saison ist verletzt raus für diese Saison. Kein Kona für die derzeitige Lichtgestalt der Triathlons. Und das nach seinem fulminanten Sieg bei der 70.3-Weltmeisterschaft in Port Elizabeth vor gut einer Woche. Die Karten für die Weltmeisterschaft auf Hawaii sind damit neu gemischt. Ein Gedanken-Spiel!

Jan Frodeno galt für wirklich alle als der Top-Favorit. Wenn nichts tragisches passiert wie vergangenes Jahr waren sich alle einig, haben die anderen keine Chance. Blöd, dass das Tragische jetzt schon vor 4 Wochen vor DEM Event des Jahres passiert ist. Stressfraktur in der Hüfte. Bitter!

Schon mal auf diesem Weg ‘Gute Besserung, Frodo’

Die Antwort auf meine Frage, wo sich Frodeno das wo und wann zugezogen haben soll, bleibt erstmal ungeklärt. Viel Zeit nach Südafrika war nicht. Fakt ist: Das Rennen um die Hawaii-Krone in diesem Jahr ist wieder komplett offen. Nicht nur, weil der Top-Favorit nicht an der Startlinie stehen wird. Sondern, weil das Fehlen von Frodeno den Rennverlauf meiner Meinung nach komplett verändert. Der 37-Jährige war so stark in diesem Jahr in allen Disziplinen. Und zwar SO RICHIG STARK, dass ich viele fragten, wie kann man den schlagen? Mit welcher Taktik? Ein scheinbar unmögliches Unterfangen.

Jan Frodeno - Ironman Kraichgau 70.3

Fotos von Marcel Hilger

WIE HÄTTE ES AUF KONA LAUFEN KÖNNEN?

Lasst mich mich mal in meine Triathlon-Kugel gucken: Ich bin davon ausgegangen, dass sich in diesem Jahr eine extrem kleine Gruppe absetzen wird. Niemand alleine. Und auch kein Pulk aus 10-20 Athleten. In dieser Gruppe alle, die scheinbar übergroße Hände und Kiemen zu haben scheinen wie Frodeno, Gomez, Amberger, Kastelein and Andy Potts. Patrick Lange hatte Probleme im Kraichgau an Jan Frodeno dran zu bleiben. Zwar gelang es ihm in Frankfurt gerade so, aber da war Jan auch mit seiner Schwimmleistung nicht zufrieden. Frodeno wurde im Schwimmen über die Saison immer stärker. Ob Lange mit Frodeno und Gomez hätte mitschwimmen können? Bin ich mir nicht zu 100% sicher.

Jan Frodeno - Ironman Kraichgau 70.3

Fotos von Marcel Hilger

Mit dieser 5er Gruppe und Leuten wie Amberger und Kastelein, die nichts zu verlieren haben auf dem Rad, wäre es abgegangen. Nicht sicher, ob da gebummelt worden wäre, so dass – wie so oft – das Loch irgendwann zugefahren worden wäre. NOT SURE! Amberger und Kastelein hätten alles für ‘Airtime’ gegeben und sich vielleicht sogar dadurch für Gomez und Frodeno aufgerieben. Dass Amberger Rad fahren kann hat er in Frankfurt bewiesen.

DER RENNVERLAUF WÄRE ANDERS GEWESEN

Für mich wären die ‘ÜBERBIKER’ wie Kienle, Wurf oder Starkowicz wahrscheinlich nicht in der direkten Verfolger-Gruppe geschwommen, sondern dahinter. Was ist mit Lionel Sanders? Ich glaube, auch nicht, obwohl er sich stark verbessert hat. Hätte er aber auch nicht gemusst, weil eine gemeinsame Ausfahrt mit den ÜBERBIKERN von hinten ganz nett ist und erfolgsversprechend. Zumindest erstmal! Dass das wahrscheinlich zu viele Streichhölzer kostet für einen Sieg, davon ist erstmal auszugehen, aber nicht endgütltig geklärt.

Was ich sagen will: Es wäre in der Konstellation für alle Athleten, die zum Favoriten-Kreis gehören – Gomez und Frodeno ausgenommen – viel schwerer gewesen zu gewinnen.

FRODENO DER AUSGEGLICHENSTE ATHLET

Mit dem Fehlen des wohl ausgeglichensten Athleten Jan Frodeno sind die Karten jetzt komplett neu verteilt. Ob ein Gomez bei seinem Debüt auf Kona beim Schwimmen seine spanische Tapas-Brechstange rausholt, um als einziger Favorit vorne rauszuschwimmen in einer Gruppe, das glaube ich nicht.

Kahn würde sagen: ‘Wir bauchen Eier!’

Und das traue ich Gomez bei seiner Premiere auf der Vulkaninsel nicht zu. Sorry, Javier. Heißt: Es wird wieder eine große Gruppe geben mit den Favoriten auf den Sieg, in der auch ein Lange sein wird. Und wieder werden Überbiker ein Loch zufahren müssen wie Kienle und Wurf. Merkt ihr was?

Die Situation wird sich meiner Meinung nach der im vergangenen Jahr ähneln. Ein Set-up wie gemacht für den Weltmeister Patrick Lange. WIE GEMACHT!

Patrick Lange - Ironman 70.3 Rügen 2018

Fotos von Marcel Hilger

WAS IST MIT SEBASTIAN KIENLE?

Fahren Kienle und Sanders mehr als 10 Minuten raus, könnte es wieder spannend werden. Aber im letzten Jahr haben sie dafür Tribut gezollt. Und wie! Sebastian Kienle ist hochgegangen wie eine Rhein-Neckar-Rakete! Aber genau deswegen bin ich so gespannt. Um Kienle war es so ruhig in diesem Jahr. Frühe Qualifikation gesichert, Roth gemacht und bis auf Samorin die großen Spiele mit den Großen ausgelassen. Verfolgt man ‘Sebi’, lebt er gefühlt seit 2-3 Monaten in der Höhe in Livigno. Und Kienle ist smart enough, um sich etwas zurechtzulegen.

Für mich ist Kienle die große Unbekannte im Rennen. Ihm traue ich aber auch alles zu.

Und dann ist da noch Lionel Sanders. Der Kanadier war im vergangenen Jahr so hauchdünn dran auf Hawaii. Er schien in diesem Jahr stärker, musste aber zuletzt auch kleine Rückschläge hinnehmen, als es in Mont Tremblant nicht so lief wie erhofft. Sanders ist der wohl Motivierteste von allen, um nicht zu sagen ‘der Besessenste’! Ihm würde ich es gönnen, aber um ehrlich zu sein, glaube ich nicht dran.

Noch mal zu Patrick Lange: In meinem letzten Artikel habe ich seine Situation etwas versucht zu analysieren. Danke für Euer Feedback dazu. Für mich schien es so, als würde Patrick Lange medial durch die Jan Frodeno-Maschinerie erdrückt. Dem Frodo-Orkan mit der riesigen Erwartungshaltung, vielleicht sogar gepaart mit den medialen omnipräsenten Vergleichen, haben Lange die Leichtigkeit verlieren lassen. Auch irgendwie verständlich. Jetzt kann sich Patrick Lange wieder mehr auf sich konzentrieren, glaube ich. Und das wird ihm gut tun ohne da Insights zu haben. Nur meine Vermutung.

LANGE HAT BIS DATO VIEL RICHTIG GEMACHT

Ich hole noch etwas aus: Zu diesem Moment hat Patrick Lange alles richtig gemacht, auch wenn er kein größeres Rennen gewonnen hat dieses Jahr. Aber er ist nicht verletzt und kann beim großen Showdown starten. Das sollte einen Boost geben. Vielleicht hat das Team Frodeno um Trainer Dan Lorang auch überzockt und zu viel gewollt. Schließlich ist Jan Frodeno schon seit Anfang des Jahres in Überform!

Alles hier ist nur reine Spekulation basierend auf dem Sportspinner-Hirn. Vielleicht –  wahrscheinlich sogar – liege ich komplett falsch und am Ende werdet ihr alle mit dem lachenden Finger auf mich zeigen. Vielleicht aber auch wieder mit einem Lachenden vor Glück auf Patrick Lange – WHO KNOWS?

 

PS: DANKE, Marcel Hilger für die Fotos!

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