Allgemein Triathlon

Die #FETT-Formel

Winterschlaf. Aufgewacht. Eingenickt. Doch länger geschlafen. Aufgerafft, um wieder weiter zu schlafen. Winterschläfer 2.0. – so könnte man mich bezeichnen. Man war dieser Winter hart. Warum war, obwohl er aktuelle ist denn je? Wegen der FETT-Formel.

Zwei Jahre bin ich jetzt auf Triathlon-Wolke 7 geflogen. Okay, kurz vorm Start, eher minus 7. Alles war #SUPERGEIL und #YOLO! Trainieren? Kein Problem. Noch mehr? Geht immer. Frei nach dem Motto „Bist du schon Triathlet oder ich schneller?“ habe mal das Gaspedal bis zum Blech durchgedrückt, Bremse und die Rückspiegel abmontiert und den „René-Motor“ mal ordentlich was abverlangt. Den teuren Sprit man mein #Hashtag „THEWORLDISMINE “ unermesslich nachgetankt. Das ging echt gut. Bis ich nach der letzten Saison in der Off-Season erstmal keinen Benzin mehr brauchte.

#ICHLASSMICHGEHEN folgte. Das Paradies für jeden Triathleten. Endlich Off-Season. Dieses Mal genoss ich um so mehr was es in dieser unermesslichen sportfreien Zeit alles gab. Schokolade statt schwimmen. Reisen statt Radfahren. Leben statt Laufen. Und Übergewicht statt üben. 89 Kilogramm Wohlfühlmasse statt 81 Wettkampfgewicht. Es musste sich was ändern. Wir schreiben das Jahr 2015. Das ist kein gewöhnliches Jahr. Das ist die beste Sendezeit im deutschen Fernseher. Aber wo ist mein Blockbuster? Ich grübelte wie Albert Einstein vor seinen weltbewegenden Erfindungen. Okay, bei mir rauchte und qualmte es nur. Und doch kam etwas dabei heraus:

#DIEFETTFORMEL

Wie passend, denkt ihr Euch. Übergewicht und „FETT-Formel“. Der Typ spinnt doch. Der hat doch nur kein Geld mehr um sich einen Neoprenanzug zu leisten! Und bevor ihr jetzt denkt, Zunehmen sei des Rätsels Lösung, entgegne ich: #FEHLANZEIGE. Die Formel steht für „Fun-Efficient-Triathlon-Training“. Oft habe ich mir eingeredet immer Spaß zu haben. Ich habe 15-18 Stunden in der Woche trainiert. Dazu noch Job. Zwischendurch von Köln nach München und zurück. Das Gott sei dank mit dem Flieger! Mein Kopf machte sich vor, er müsste Glückshormone ausstoßen. Das gehört sich so. Schließlich ist man Triathlet. Aber diese Glückshormone waren wie Placebo. Mehr Schein als Sein. Und das aus einem Mund, dessen gute Laune sogar aus dem kleinen Zeh scheint. Und das obwohl der verkrüppelt ist. Das aber nur nebenbei.

Mein Vorhaben: Weniger Training + Effektivität = Mehr Spaß! (+mehr Erfolg!)

Hört sich so einfach an. Und irgendwie doch verrückt, bedenkt man, dass ich dieses Jahr meine erste Langdistanz machen werde. #SPINNER!?!? Vielleicht! Aber das geht. Und zwar mit den richtigen Komponenten. Am Anfang saß ich in meinem Cockpit mit lauter Knöpfen, Schaltern, Reglern und Steuerknüppeln. Aber wofür brauchte ich die überhaupt? Wenn Autopilot bei den Piloten funktioniert, wieso dann bei mir nicht auch?! Bei mir hat er auch funktioniert, aber eben ohne Spaß. Und den habe ich jetzt und zwar nach meiner eigenen Definition. Früher war keine Zeit für ne Runde Basketball oder Klettern in der Woche. Oder Rumgammeln bei meinem besten Freund mit unermesslichem Kaffeekonsum bis die Pupille schon braun wurde. Jetzt schon. Und das ist für mich schon mal mehr Spaß. Oder auch mehr Lebensqualität. Und darum geht’s doch. Oder? Und stellt Euch jetzt noch vor, man ist leistungsfähiger als je zuvor! Gibt’s nicht? Oh doch. Und welche Schalter und Knöpfe ich dafür feinjustiert habe, das erzähl ich im Laufe der Saison. Bin grad übrigens auf dem Weg zu meinem besten Kumpel. Hoffentlich hat der genug Kaffee. Und Soja-Milch.

Foto copyright: Sarah Mikeleitis

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5 Comments

  • Silkimilki
    1. Februar 2016 at 9:54

    Ganz große Liebe für diesen Eintrag!

  • Sören
    1. Februar 2016 at 10:42

    Hey Rännnäää ( Nelsonvoice)…
    Ich mach’s kurz & knapp: Starker Artikel! Starke Einstellung! Alles stark!

    Keep going! Und immer schönweiter auf der Anti-wischi-waschi-Welle surfen!
    Vielleicht beim nächsten Mal noch den ein oder anderen Kollegah-Wie-Vergleich zusätzlich einstreuen, die kommen gut! Yeah! 😉

  • fernseher
    22. April 2017 at 10:42

    Servus. Ich bin per Zufall hier gelandet. Aber dennoch
    möchte ich ihnen ein Kommentar da lassen, da ich ihren Blog überaus interessant finde.

    Auch ihr Design ist ungemein sympathisch.

    Mit freundlichen Grüßen

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