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DIE AUSZEIT | Übergewicht statt Triathlon

Da ist diese Schwerfälligkeit. Die klassische Gegenmaßnahme: Bauch einziehen. Machen Frauen eh ihr halbes Leben. Erzählte mir mal eine meiner Ex-Freundinnen. Letztes war es dann soweit. Ich habe mich selbst dabei erwischt. Während meiner Auszeit.

Unmöglich zu sagen, ob dieser Habitus schon länger unbewusst ablief. Mein Verstand sagte ‚unmöglich‘ während mein Kopf verständnislos schüttelte. Anyway. Leben muss ja weitergehen. Also, Bauch eingezogen – jetzt bewusst – und so lange Luft anhalten wie es nur geht. Beim atmen kurz von den Augen der möglichen Enttarnung wegdrehen. Geschafft.

Sind wir ehrlich, ein anstrengender und unnötiger Automatismus. Während ich meiner ‚Plautze‘ freien Bewegungsspielraum lasse, fühle ich mich gerade deutlich besser. Ich stehe dazu. Wahrscheinlich wäre ich gerade im Wasser mit mehr Fett deutlich schneller. Von wegen mehr Auftrieb und so. Anfangen mir Dinge schön zu reden, möchte ich aber auch nicht. Denn alles hat seinen Sinn so wie es ist.

WENN EINE AUSZEIT GUT TUT

Ich habe mir eine Auszeit gegönnt. Einfach so. Andere Dinge haben sich vorgedrängelt und meine Aufmerksamkeit genossen. Als Freund der Gleichberechtigung nur fair. Tatsächlich waren die Gründe anderer Natur. Meine Leidenschaft habe ich dabei aber nie aus dem Augen verloren. Wie auch. Schließlich sehe ich jeden morgen mein Technogym-Laufband und meinen Elite-Rollentrainer aufgebaut mitten in meinem Fitness-Studio, äh Wohnzimmer. Zeit hätte in letzte Zeit ausreichend gehabt. Vor allem geregelt frei. Der Kopf war aber mit anderen Dingen beschäftigt. Und da ich auch freiheitsliebend bin, wollte ich meine Kopf nicht geißeln. Zu gut von mir. Gnädig wäre ich fehl am Platz.

ICH LIEBE DIE EXTREME

So schreite ich voran. Gestern habe ich erstmal meine alten Laufschuhe weggeworfen. Kurzzeitig hatte ich überlegt davon einen Instagram-Post zu machen. Aber das wäre wieder falsch angekommen. Zu viel Arbeit war es auch, da ich das Telefon drinnen hatte liegen lassen. Das wäre nun zu viel der Bewegung gewesen. Langsam anfangen hat mal jemand gesagt. Weiß gar nicht wer, aber wird schon stimmen, redete ich mir ein.

 Warum habe ich mich so gehen lassen? 

Ich bin jemand der Extreme. Ganz oder gar nicht. Nicht gerade vorbildlich, ja. Oft gut, manchmal hinderlich. Aber ich mache nix nur so. Und schon gar nicht mehr für Andere mehr als für mich. Ich habe die letzten 3 Monate das Leben genossen. Die Zeit in der ich morgens um 5 Uhr aufstand um Vlogs zu schneiden, dann arbeiten zu gehen, um abends zu drehen und/oder Sport zu machen, sind vorbei. Dem nahezu unsozialen Leben in freudiger Einsamkeit der digitalen Produktion von Content folgte das ausufernde Umtreiben mit Freunden in Restaurants oder Nachts in Bars mit mir unbekannten Schönheiten. Ob der Alkohol-Konsum das Seinige dazu beitrug, lässt sich nicht lückenlos aufklären. Muss es aber auch nicht. Ich lieb(t)e es.

Das war es, dass mich die Lust hat verlieren lassen, das zu tun was ich eigentlich so sehr liebe und lebe. Den Sport und das darüber berichten und mit euch teilen. Jetzt wo ich beide Extreme kenne, weiß ich, dass die Mitte noch besser ist. Und damit fange ich genau JETZT an. Aber eins tue ich nicht mehr: Mich stressen. Aber das kann ich nur, weil ich meinen Weg gefunden habe. Und wie heißt eines meiner Lieblingszitate:

Only someone who goes his own way can’t be overtaken by anyone.

(Marlon Brand)

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7 Comments

  • Tomate1968
    3. März 2017 at 14:03

    Hi Rene,
    hab mich sehr gefreut, dass du wieder etwas schreibst. Wahrscheinlich würden die meisten Nicht-Sportler deine „Plautze“ gerne mit ihrer tauschen. Wenn nicht, auch egal.
    Deine Videos haben mir (und meinem Sohn, der mitgeschaut hat) jedenfalls immer Spaß gemacht. Nachdem du mich mit dem Scheiß angefixt hast, mache ich in diesem Jahr den zweiten Triathlon (OD in HH), Zwifte ab und zu, Schwimme rgelmäßig mit meinem Sohn oder versuche Strava Segmente zu kriegen.
    Wenn es in Zukunft seltener Videos gibt, ist das auch ok.
    Bis bald
    Thomas

  • Sonja
    4. März 2017 at 12:39

    Hey René, danke für den mal wieder ehrlichen und persönlichen Blog. Habe mich schon gefragt, wie du dieses Pensum durchhalten konntest (schneiden, arbeiten, drehen, trainieren….)

    Lieber eine genussvolle Auszeit, als eine krankheits-/überlastungsbedingte Zwangspause. Danke, dass du auch diese Seiten von dir zeigst. Ist wesentlich motivierender als diese scheinperfekten „Go-Pain-no-Gain“ Poser, die versuchen, im Social Media eine Illusion ihrer Diszipliniertheit und Perferktion zu kreieren. Mit solchen Blogs kann ich nichts anfangen. EIn Mensch, der auch noch arbeiten geht, Höhen und Tiefen hat und trotzdem seinen Sport liebt, motiviert mich viel mehr.

    Und sehr amüsant sind eure Videos obendrein. Aber jeden Tag muss wirklich nicht sein! So oab aufs Rad, SOnne scheint 🙂

    Grüße
    Sonja

  • Jonas Wicklein
    5. März 2017 at 0:44

    Oh man, hab mir schon Sorgen gemacht! Hoffe du kommst bald wieder motiviert zurück!
    Grüße

  • Saida
    7. März 2017 at 10:56

    Hallo Rene.
    Was fehlt dir eigentlich????
    Nervt dich die Routine? Nervt dich der Status quo??
    Kein Klischee der Midlife-Crisis. Ich bin ein paar Jahre älter als du, und seit ein paar Jahren ist es auch da, dieses „Seelenrummeln“, dieses unterschwellige „was fehlt mir eigentlich?“; das Hinterfragen des „Alltags“.
    Deine „Platze“ zwickt, ein schönes „Bild“ in meinem Kopf übrigens :-); ein bisschen nur, aber „bequem“ ist eben was anderes.
    Am 4.Oktober letztes Jahr, habe ich das erste Video von dir gesehen Vlog85- durch einen „Zufall“. Ich habe es mir vorhin noch mal angesehen, mit der Frage im Kopf, warum ich damals dran geblieben bin (und dadurch erst noch weitere Vlogs geschaut und auf dieser Seite gelandet bin- ich bin nämlich KEINE Triathletin und auch sonst keine youtube-guckerin oder auf sozialen Netzwerken unterwegs).
    Und ich kann sie dir beantworten, diese Frage: weil das Video- nein, vielmehr DU! authentisch (!!!!) ehrlich und „normal“ rübergekommen bist. Und, ja, zudem hat Nelson unterhaltsam moderiert. Fertig, aus. Viele andere deiner videos fand ich persönlich laaaaaaangweilig. Aber die Betonung liegt auf „ich“. Ich bin fest davon überzeugt, dass tausende andere deiner Abonnenten sie toll fanden, weil du mit ihnen was geteilt hast; du hast sie informiert, sie angespornt, sie unterhalten, sie zum Nachdenken angeregt….etc.
    Und ich denke, dass ist doch das was du möchtest.
    Und man kann es nicht allen recht machen. Nie. Und wenn einer sagt, „Rene, toll, bist ein klassekerl, bleib so wie du bist“, dann ist das Scheiße, denn alles was wir machen, sagen, tun, wen wir treffen, verändert. Und was für ein Mist, wenn wir immer so bleiben, wie wir sind.

    Alles ist erlaubt 🙂 mal nett und emphatisch, mal ein Egoist und Doofmann, mal gertenschlank, mal mit Plautze…..

  • Jahn von Fitvolution
    13. März 2017 at 18:21

    Hi Rene,
    ab und zu kann es Sinn machen, sich Ruhe zu gönnen und sich neu zu sortieren und zu sammeln.
    Diese extreme Einstellung halte ich allerdings für ziemlich ungesund. Ich hoffe das pendelt sich jetzt bei Dir wieder ein und Du findest wieder gut in eine gesunde Spur ein!
    Viele Grüße
    Jahn

  • Phil
    14. März 2017 at 17:06

    Ganz oder gar nicht. Das kenne ich selber bei mir. man sollte manchmal kompromisse eingehen, denke ich. Ich bin aber auch der Meinung wenn man manchmal eine Pause macht, tut diese ganz gut. So kann man oft einen anderen Blockwinkel erhalten. Zumindest geht es mir so 😉

  • Kop
    18. April 2017 at 20:28

    Toller Post, danke!

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