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Mein City-Guide | Buenos Aires

Erstmal kurz vorneweg und in vornehmer Deutlichkeit: Diese Stadt gehört zu Recht zu den Schönsten der Welt. Was andere sagen, juckt mich ja grundsätzlich eher wenig, aber ich konnte mich ja selbst überzeugen während meines zwei-wöchigen Aufenthaltes. Bevor zu den Nominierten in den unterschiedlichen Kategorien komme, mein Potpourri an beschreibenden Schlagwörtern zu Buenos Aires:

Bunt – sehr gutes Essen – charmant – faire Preise – authentisch – warm – Metropole – Tradition meets International – freundliche Menschen

Falls, du jetzt immer noch Bock auf die Stadt hast, viel Spaß beim Weiterlesen. Alle Angaben sind natürlich ohne Gewähr und eine subjektive Färbung nicht ausgeschlossen! Vielleicht noch wichtig zu wissen: Ich reise nicht wie ein typischer Tourist. Ist mir viel zu stressig von A nach B. Kamera raus. Knipsen. Weitergehen. NO WAY. Ich will mich wie zu Hause fühlen. Vielleicht ist deswegen auch meine Liste der Nominierten vor allem was Sehenswürdigkeiten angeht nicht vollkommen, aber dafür bekommt Ihr Insider-Tipps mit Lebensgefühl, dass nicht in jedem Reiseführer steht.

1. Favourite Spots to be

Für mich gab es zwei Stadtteile, in denen ich mich am Liebsten aufgehalten habe: Palermo und San Telmo. Ist jetzt nicht so, als kennt man die nicht, aber ich verrate ich Euch gerne warum genau. San Telmo gehört  zu den ältesten Stadtteilen von Buenos Aires. Viele Altbauten. Okay, auch viele runter gekommen, aber immerhin mit viel Charme. Es gibt tolle Restaurants, Bars, und für mich den besten Kaffee der Stadt. (Achtung “Teaser”: Dazu später mehr :-)) Es ist aber auch ein sehr touristischer Stadtteil, was mir anfangs gar nicht so aufgefallen ist. Der Plaza Dorrego ist voll von ausländischen Reisenden, weshalb ich da direkt wieder die Biege gemacht habe, obwohl er schön ist. Touristen sieht man da vor allem tagsüber über die typischen Pflastersteine flanieren. Abends, pünktlich zum Drink, habe ich vor allem Argentinier getroffen, weshalb ich San Telmo sehr mag. Auch die Nähe zum sehr modernen Hafen “Puerto Madero” cool, weil man da zum Beispiel auch gut Laufen kann, was sonst in Buenos Aires – wie ich finde – nicht so gut geht.

 

San Telmo

Die typischen Pflasterstraßen von San Telmo

 

Die zweite Woche habe ich fast nur in Palermo verbracht. Hier ist deutlich mehr Action und Leben. Wer lieber unter jungen Argentiniern ist, viel Abwechslung liebt und gerne auf Touristen verzichten kann, der ist hier genau richtig – so wie ich! Die Anzahl an tollen, stylischen und guten Bars und Restaurants ist so hoch, dass man Monate braucht, um alle zu besuchen. Habe den Versuch schnell aufgegeben. Einige Tipps stehen dann weiter unten. Von Palermo bis San Telmo sind es je nach Verkehrssituation 20-30 Minuten mit dem Taxi. Kostenpunkt: ca. 100 Pesos/ 6-7 Euro. Aber weil ich hier keinen Abschnitt mit Geld beenden will: Beides GEIL!

2. Things to Do

Hey, sind wir ehrlich. Der “Doppeldecker-Stadtrundfahrt-Bus” – meistens gelb wie auch in BA – gehört ins Repertoire. Einmal mit Herzblut allen zeigen, dass man nicht in dieser Stadt lebt. Voller Inbrunst. Beladen mit Kamera. Am Besten noch mit Gopro und Selfie-Stick. Hab’s auch gemacht. Peinlich, aber geil. Da bekommt man direkt einen guten Eindruck von der Stadt, was in Buenos Aires echt gut ist, weil die Stadt einfach zu riesig ist und man sonst einige Sachen mit Sicherheit noch nicht mal aus der Ferne – wie im Bus – sehen würde.

Zu einer Tango-Show sollte man auch gehen. War ich jetzt nicht, weil alleine irgendwie dann doch strange ist. 🙂 Gibt da ein paar richtig Gute mit Menü. Kostet aber bisschen was, je nachdem welche genau.

Dann sollte man auch am Grab von Evita vorbeischauen. Die ehemalige First Lady ist eine Legende in Argentinien, was auch schon zum ein oder andern bekannten Song geführt hat. 😉 Das Familiengrab der Duartes liegt auf dem bekannten und mindestens genauso beeindruckenden Friedhof in “La Recoleta”. Ein MUSS.

Super schön ist auch die “Feria de San Telmo”. Ein Markt, der immer Sonntags stattfindet und zwar 13 Blocks lang die “Calle Defensa” runter vom Placa de Mayo bis zum Placa Dorrego. Cool, zum Schlendern á la Touri-Style, aber echt schön. Hier gibt es fast nichts, dass man nicht findet. Ich hab trotzdem nix gefunden.

Alle Veggies jetzt weghören oder besser wegschauen: Wer auf Fleisch steht, der sollte unbedingt ein argentinisches Steak probieren. Nicht umsonst, sagt man, das beste Fleisch käme aus diesem Land. Entweder fahrt ihr Euch so ein Teil in einer klassischen “Barrilla” rein. Sieht aus wie ein runtergekommener Imbiss, der durch jede Gesundheitskontrolle in Deutschland fallen würde. Aber mit richtig gutem Fleisch. Mittelpunkt ist der riesige Grill. Barrillas gibt es viele. Vorteil zum Restaurant: Verdammt günstig.

Das waren jetzt kurz und knackig meine “Things to Do”. Der Rest für Traditionalisten – siehe Lonely Planet! 🙂

3. Favourite Coffee

Kaffee von "Coffee Town"Besonders Radfahrer können nicht ohne guten Kaffee, aber es gibt auch diverse andere Gattungen, die eine gewisse Abhängigkeit von dieser schwarzen Droge haben. Ich gehöre nicht dazu, aber ich bin meiner Verpflichtung nachgekommen den besten Kaffee für Euch in Buenos Aires zu suchen.

Mein Favorite ist “Coffee Town” im San Telmo Markt. Da ist in der Mitte so ein kleiner Kaffestand. Sieht nach nix aus, aber ich sag Euch ganz ehrlich: So einen Kaffee hab ich noch nie getrunken. Die Jungs, die das machen, sind echt Fachleute. 10 Meter weiter wird der Kaffee gemahlen und zubereitet. Ein Traum.

In Palermo gibt es auch noch einen richtig guten Laden. Betrieben von einem Kolumbianer, der selbst hinter der Theke steht und sauwitzig ist. “Lattente” heißt der kleine, aber typisch eingerichtete Kaffee-Laden. Viel Holz, ne ab-gerockte Couch und ein paar coole Graffiti-Sprüche an der Wand. Kaffee kann so lecker sein.

4. Favourite Brunch

Ich kann mich nicht entscheiden, also muss ich zwei Vorschläge unterbreiten. “Ninani” ist einer meiner Tipps. Auch in Palermo. Hohe Decke, lange Bar. Alles sehr offen und hell, sowas mag ich. Außerdem kann man durch ein Glasscheibe in die riesige Küche gucken wie dort zum Beispiel die hauseigenen Backwaren zubereitet werden. Hat was! Es steht sogar ein Tisch mitten in der Küche hinter der Scheibe, wo man sogar dran essen kann als Gast. Die Frühstückskarte ist super üppig mit vielen leckeren – und was ich ja gut finde, gesunden – Sachen. Da reicht der Tisch fürs Brunch fast gar nicht. Auch die Auswahl an Säften und Smoothies lässt einen vor Vitaminen fast implodieren. Mein Highlight: Der große Metalltisch am Fenster. Dort lässt es sich auch gut arbeiten mit dem Laptop. Es gibt aber auch warme Speisen und sehr gute Weine, was die Location auch zum guten Lunch-Sport macht.

Am letzen Tag bin ich ins “Olsen” gestolpert. Ein skandinavisch angehauchtes Loft in Palermo. Mega stylisch und super lecker. Aber auch sehr angesagt. Auf Nummer sicher würde ich reservieren, um einen schönen Platz im Garten zu bekommen. Brunch gibt es hier aber nur am Wochenende. Preislich wie in Europa. Dafür ist der Aperol-Spritz aber auch wirklich bis zum letzten Millimeter des Weinglases gefüllt. Aber ich hab nichts dagegen! Mein absoluter Brunch-Lieblings-Sport.

5. Favourite Lunch

In Palermo kann man fast an jeder zweiten Ecke super lunchen, ABER mir hat es das “Cafe Rivas” in San Telmo angetan. Hört sich nicht wie ein Restaurant an, ist aber eins. Schönes, restauriertes altes Interieur mit einer Empore. Es gibt nur wenige Tische und eigentlich auch keine Karte. Dafür äußerst freundliche Kellnerinnen, die einem die Gerichte brav auswendig gelernt präsentieren. Die Auswahl ist übersichtlich, das Essen aber verdammt lecker. Da das Cafe in einer Seitenstraße der Calle Defensa liegt, auch nicht von Touristen überrannt. Im Gegenteil. Mittags sah ich hier fast nur Argentinier zum Mittagsmenü. Kostet umgerechnet 10 Euro mit einem halben Liter Wasser, einem Glas Weißwein und einem Salat. Fair wie ich finde.

 

Eine Vorspeise in "La Esquina de los Flores"Unbenannt-6

6. Favourite Veggie

Obwohl Argentinier krasse Fleisch-Esser sind, ist die Auswahl an Veggie-Restaurants ziemlich groß. Vor allem in Palermo. Da wo die Hippster abhängen, gibts halt auch die Trendkost. Zufällig bin ich in “La Esquina de los Flores” gelandet. Sah so Öko aus, dass ich fast wieder gegangen wäre. Bin dann aber geblieben. Zum Glück. Der Speiseraum hinten durch – vorne ist der hauseigenen Bio-Markt drin – sieht eher nach Gewächshaus aus, als nach Delikatesse. Aber weit gefehlt. Das Essen war einer meiner kulinarischen Highlights in Buenos Aires. Geschmacklich super intensiv und auch sehr schön angerichtet. Die Auswahl ist groß, das Essen aber noch besser. Alles Bio! Nur Veggie. Vieles Vegan. Ich habe für Vorspeise, Hauptgang, zwei frische Säfte umgerechnet 15 Euro bezahlt. Am Liebsten wäre ich da jeden Tag hingegangen. Alternative: Naturaleza Sabia”  in San Telmo. Optisch aber bei weitem kein Vergleich. Geschmacklich auch nicht, aber okay.

7. Favourite Bar

Die Auswahl wird Euch erschlagen, aber ich mochte das “Antares” in San Telmo am Liebsten. Laut, dunkel, mit einer großen Theke und sogar einem Innenhof auf der oberen Ebene. Die Auswahl an Bier ist groß. Es schienen ausschließlich Argentinier dort abzuhängen, und das teilweise schon früh. Happy Hour von 17-21 Uhr ist hier keine Seltenheit. Entsprechend voll, war es da auch immer schon früh. Schnell mal nach der Arbeit ein paar Drinks reingestellt und ab nach Hause angeschickert zu Frau oder Freundin. 🙂 Die Bar ist eher urig. Es gibt aber auch noch stylishere Bars wie “Victoria Brown” oder “Frank’s” in Palermo.

8. Favourite Steak

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Das Steak in “Gran Parrilla del Plata”

Sorry, Ihr Fleischesser, dass Ihr so lange Lesen musstet für diese Info. 🙂 Um gut Fleisch zu essen – ich hab es oben schon mal erwähnt – gibt es zwei Möglichkeiten: Klassische “Parrilla” oder Restaurant. Ne sehr gute Parrilla ist ein San Telmo das “El Desnivel”. Sehr gut, sehr günstig. Ihr müsst aber Cash dabei haben, da die keine Karten nehmen. Am Bekanntesten für richtig gutes Fleisch ist das “La Brigada”. Sehr schicker Laden, aber auch sehr teuer. Ist direkt um die Ecke vom “El Desnivel” in San Telmo. Mein Favourite ist das “Gran Parrilla des Plata” ein paar Straßen weiter. Top-Fleisch und viel günstiger. Die Kellner sind super nett und der Laden IMMER voll. Für alle Internet-Junkies: Hier gibt es ausnahmsweise mal kein WIFI ;-), was dafür spricht, dass der Laden kein Touri-Laden ist. Dem ist tatsächlich so. Zu Zweit haben wir hier mit Wein und Wasser mit Vorspeise 45 Euro bezahlt. BESTES FLEISCH wohlgemerkt.

9. Favourite Hotel

Wo man wohnt, hängt in Buenos Aires sehr stark davon ab, wie viel man ausgeben will. Wie so oft, da erzähle ich nix Neues. Ich habe eine Woche in einem AirBnB-Apartment in San Telmo gewohnt. Für 33 Euro die Nacht. War quasi wie ein Hotel, nur halt ohne Frühstück. Die Zimmer waren modern, aber schon leicht abgenutzt. Es fiel mal komplett für 2 Stunden der Strom aus. Der Fahrstuhl funktionierte 3 Tage lang nicht. Die Zimmer war nur leider nicht sonderlich hell. Aber für 33 Euro denke ich, kann man keinen Luxus erwarten.

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Mein Lieblingshotel, dass auch zu den 5 Besten in Buenos Aires gehört, ist das “Home” in Palermo. Dort habe ich zwei Nächte verbracht. Kein günstiges Vergnügen, aber ein Vergnügen. Tolles Hotel. Super Modern. Bester Service. Hier wird nicht nur, falls man Nachmittags auf dem Zimmer rumgegammelt hat, das Bett erneut gemacht und die Handtücher ausgetauscht. Man bekommt sogar auch ein kleines Heftchen vom Hotel entworfen mit den besten Tipps in der Umgebung. Richtig gut! Und das Highlight: Der Garten mit Pool. Wie eine Oase inmitten einer Millionen-Metropole. Das Frühstück – KEIN Buffet – sondern wie ein Gänge-Menü serviert, war nicht üppig, aber qualitativ TOP! Neben den “normalen” Zimmer gibt es auch 3 Lofts zwischen 80-100qm mit eigenen Eingang über den Garten. Wie im “Schöner Wohnen”-Heft, aber auch genauso teuer. Kostenpunkt zwischen 300-400 Euro/Nacht. Wer das Geld hat, bitte schön! Ich nicht!

10. My personal Tipps

Im Grunde genommen sind es zwei Tipps, die ich Euch – lehrerhaft – ans Herz legen möchte. Ihr macht ja eh was Ihr wollt. Zurecht – by the way.

  1. Bringt genug Zeit mit! Die Stadt ist zu groß und zu toll, um zu glauben in 2-3 Tagen kann man seinen Buddys zu Hause erzählen, wie geil Buenos Aires ist. No way. Bleibt mindestens ne Woche oder sogar zwei. Dann könnt Ihr vom kleinen, nationalen Flughafen – fast direkt im Zentrum – aus zum Beispiel zu den Iguazu-Fällen fliegen, nach Patagonien oder nach de La Plata an den Strand raus.

  2. Lernt etwas Spanisch! Es ist wie so oft in Spanisch sprechenden Ländern, Englisch kennt man hier meistens nur vom Hörensagen. Taxi fahren zum Beispiel ohne Spanisch kann abenteuerlich sein. Also, am Besten die Basics drauf haben. Die Argentinier danken es Euch mit einem Lächeln mehr! 🙂

     

Alles in Bewegeung zum genussvollen Chillen mit Musik gibt es auf unserem Youtube-Channel  “die BEASTERS”.

Around the world | Reisebericht aus Buenos Aires

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