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Challenge Daytona – Overhyped oder der neue Goldstandard? Eine Analyse.

Die ganze Triathlon-Welt hatte darauf gewartet. Voller Erwartung schaute am Sonntag die ganze verrückte Bande aus Multi-Sportlern nach Daytona. Ein Event, dass alles vereinen sollte: Sehnsucht, Emotion und das wohl beste Starter-Feld der Geschichte. Der Olymp des Jahres 2020 sozusagen. Es gab ja keinen Anderen. Zeit mal darüber zu sprechen, was gut war und was eventuell ausbaufähig.

Fangen wir mal persönlich an. Hätte mir vorher jemand gesagt, du kannst wählen zwischen dem Event oder der Fußball-Bundesliga, wäre meine Wahl wahrscheinlich auf das runde Leder gefallen. Ich war skeptisch. Sehr sogar. 3 Stunden lang soll ich zuschauen wie Triathleten im Kreis Rad fahren oder laufen? Ich weiß ja nicht. Klar, das Feld war unglaublich. Und das Event schließlich das Einzige dieser Art in diesem Jahr. Das versprach viel. Deswegen war auch klar, dass ich auf jeden Fall mal reinschauen würde.

Aber was dann passierte, überraschte selbst mich.

Keine Minute verpasste ich der Übertragung. Von Frauen und Männern! Es war spannender als gedacht, trotz Dauerkreisel und Fast-Drehwurm. Und einen Bären-Anteil daran hatte die Qualität und Art der Übertragung. Das NBC-Team, was sonst die NASCAR Berichterstattung macht, dachte sich: Hey, we can Tri, too! Und ja, das konnten sie und lieferten eine grandiose Show mit Belinda Granger, die sich selbst übertraf als Expertin inmitten der PS-Männer-Boliden aus dem Motorsport. Bravo!

ÜBERTRAGUNG MIT TOP-QUALITÄT

Immer war die Kamera beim Geschehen. Genau, da, wo sie sein sollte und immer mit top Bild- und Ton-Qualität, was bei Ironman-Rennen, selbst in Kona, nicht immer der Fall ist. Es war erfrischend zu sehen wie Newbies im Triathlon diesen Sport neu-interpretieren. Zu Festgefahren wirkte oft der Broadcast aus Kona. Wie sagt man in Thailand immer so schön: Same same, but different. Jedes Jahr. Fast so ein bisschen wie die Tri-Mag in Deutschland. Habe ich das gerade tatsächlich geschrieben Ups! 😊 Mal gucken, vielleicht finde ich ja noch ein paar weitere Seitenhiebe.

Als, mittlerweile alter TV-Hase und 10 Jahren arbeitend bei Funk und Fernsehen, waren es die kleinen Dinge, die mich begeistert haben. F***, bin ich schon so alt. Egal. Die Grafik-Einblendungen und ständigen Updates der Zeiten und Platzierungen waren einfach mal was Neues. Zumindest in dem Sport. Kein Laptop oder Smartphone mit separatem Tracker notwendig. Der sich bei Ironman eh nur alle 30 Kilometer aktualisiert, by the way. Klar, bildlich was die Landschaft angeht, kann so eine Arena nicht mit Kona mithalten. Zumindest leer. Man stelle sich mal vor, da wären noch 100.000 Menschen drin gewesen – WTF! Aber habt ihr die perfekten Winkel und Einstellungen gesehen bei der Kameraführung? Sogar mit Tiefen-Unschärfe? Da ging mein Herz auf, selbst, wenn es gefühlt immer gleich aussah bis auf die Florian Angerts und Alistair Brownlees, die sich fleißig vorne abwechselten im Rampenlicht des Motodrom-Kreisels.

Und auch das Laufen war überraschenderweise auf der übergroßen Tartanbahn in grau spannend zu schauen. Was natürlich auch am Renngeschehen lag. Aber zu sehen wie jemand näher heran kam oder zurückfiel, war einfach genial. Dazu noch die Splits mit den aktuell schnellsten Läufern (oder Bikern auf dem Rad) war einfach mega. So einfach und doch mit so viel Mehrwert. Die Einspieler waren auch gut. Ohne ständige Werbung. Ach, schön! Es passte schier sehr viel zusammen. Als hätte es die Crew nicht zum ersten Mal gemacht, was natürlich leicht untertrieben ist. Sprechen wir hier wahrscheinlich von den Besten der Besten im US-Buisness. Und das hatte mit Sicherheit auch seinen Preis. Die Rede ist von siebenstellligen Übertragungskosten. WOW! Da hat der ausgebremste Konkurrent IRONMAN sicherlich neidisch rübergeschaut. Wobei da sicherlich auch genug Geld verbrannt wird.

IST DAS INVEST NACHHALTIG?

Und da wären wir beim Knackpunkt: Kann die PTO ohne große Einnahmen so ein Event jedes Jahr einfach so rausblasen? Selbst mit großem Investor dahinter, bleibt das abzuwarten. Aber ich mag das Invest und dem Mut einfach mal so einen neuen Gold-Standard zu erschaffen. Das belebt das Geschäft und lässt sicherlich auch IRONMAN (auf ihrem hohen Ross) mal ihr Vorgehen überdenken. Auch was die Anpassung des lächerlichen Preisgelds für das Event des Jahres (unter normalen Umständen) den Ironman Hawaii angeht. Denn der Status von Kona bleibt unangefochten. Noch! Ich denke, fernab dessen, hat die PTO den Sportler und dem Sport einen Bärendienst erwiesen. In einem durch Covid-19 gebeutelten Jahr macht es die Organisation möglich den Sport nicht völlig in der Öffentlichkeit in Vergessenheit zu geraten und den Profis mit dem Preisgeld (nicht nur in Daytona) das Überleben zu ermöglichen. Denn die Profis, die so eine „Krise“ mal so easy überstehen können, sind nicht viele. Klar, dass sich viele Profis (eigentlich alle) Dankbar zeigten und gut vom Event sprachen. Was auch sonst. Alle wollten „racen“, bekamen die Chance und im Gesamtpaket lieferten alle Beteiligten ein Highlight ab mit sportlich gesehen großen Überraschungen am Ende.

KONA BLEIBT MASS ALLER DINGE

Dennoch wird sich eins erstmal nicht ändern: Kona bleibt das Maß! Aber vielleicht wird IRONMAN jetzt mal etwas mehr in den fairen Austausch mit den Athleten gehen und nicht nur als Unternehmen daran interessiert sein mit den Age-Groupern Geld zu verdienen. Die Profis sind das Aushängeschild und die Vorbilder in diesem Sport. Und diese Wertschätzung von der PTO den Athleten gegenüber hat man in der Luft gespürt. Gerade nach so einem Jahr. Ich denke, das Event mit all seinen Auswirkungen hat die Profistellung wieder etwas gestärkt. Jetzt ist IRONMAN am Zu

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