Triathlon

BIST DU WIRKLICH GLÜCKLICH ODER GLAUBST DU ES NUR ZU SEIN?

Du bist glücklich. Es gibt nichts zu klagen! Auf die Frage ‘Wie geht’s dir?’ ist die Antwort immer: ‘Super’. Hashtag:#läuft. Aber moment mal?! Bist du ehrlich zu dir? Bist du wirklich glücklich oder glaubst du das zu sein ohne es zu wissen?

Oktober, 2015 – das war der Monat, wo ich angefangen habe alles in Frage zu stellen. Von der Freundin getrennt. Job hatte ich schon geändert. Aber war es das schon an Veränderung oder musste mehr her? Das war der Moment, wo ich angefangen habe konsequent fast alles zu hinterfragen. Will ich das wirklich? Was würde ich gerne tun? Macht mir wirklich alles Spaß oder mache ich unterbewusst Kompromisse? Seitdem ist viel passiert. Und eins kann ich sagen: Heute bin ich ein viel glücklicherer Mensch. Ich habe viel über mich gelernt und weiß heute jeden Tag mehr, was ich wirklich will und brauche! Oder was ich nicht brauche.

HABE ICH KEINE LUST MEHR AUF TRIATHLON?

Und da sind wir schon beim Thema. Ich liebe Triathlon. Mein Sport mit einem ABER. Momentan habe ich einfach nicht die Lust 10-15h in der Woche nur für diesen Sport zu trainieren. Mir geht zu viel anderes durch den Kopf. Und damit meine ich nicht beruflicher Stress, der mich an irgendwas hindern würde?! Gar nicht. Wer will findet eine Lösung die Dinge, die er liebt, zu tun. Am Anfang wusste ich nicht was es war. Das hat mich beunruhigt.

Hatte ich keine Lust mehr auf Triathlon? Aber das ist es nicht. Was war es dann? Ich ging in mich.

Und je mehr Tage vergingen seit Weihnachten, in denen ich nicht trainierte, desto mehr merkte ich, wo meine Aufmerksamkeit hin ging. Mehr in die Details. In die Einzeldisziplinen. Mal davon abgesehen, dass ich noch ein großes Projekt plane als Entrepreneur.

AUF DEM WEG ZUM PERFEKTEN ATHLETEN

Mir wurde klar. Du bist noch nicht bereit, um auf’s Ganze zu gehen. Dafür bin ich noch nicht weit genug. Als Athlet noch nicht gut genug ausgebildet. Klar bin ich talentiert und könnte schon heute viel erreichen. Ich blickte zurück. Wann habe ich das letzte Mal Stabi-Übungen gemacht? Wann Zugseiltraining? Wann regelmässig gedehnt? Aus Athletensicht bin ich so unperfekt, dass es mich schon wundert, welche Leistungen ich im Triathlon im Stande bin zu leisten. Ganz ehrlich. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Perfektionist bin. Ich will nicht mit Dusel irgendwie eine Zeit hinlegen oder meine Age-Group gewinnen! Nachhaltigkeit – das bin ich. Die Basics müssen da sein. Das will ich. Ich will der best mögliche Athlet sein. Für mich.

BASKETBALL WAR DAS GRÖSSTE FÜR MICH

Schon zu Jugendzeiten war das so. Damals hab ich Basketball gespielt. Mit 14 war ich 6 Mal in der Woche 2-3 Stunden in der Halle. Hab bei den Senioren mitgespielt. Wenn das Training um 20 Uhr anfing, war der Domke um 19 Uhr spätestens in der Halle. So wild darauf diesen Ball zu prellen, dass ich schon völlig außer Atem und leicht angeschwitzt vom Sprint-Umziehen angefangen habe Korb um Korb zu werfen. Das war das Größte für mich. Meine Leidenschaft.

Mir hat es nicht gereicht eine gute Quote zu haben. Ich wollte die perfekte Technik haben, um die Würfe auch reproduzierbar zu machen. Als, ich mit rechts sehr gute Quoten hatte, habe ich mit links angefangen Freiwürfe zu werden. Besser als viele mit der stärkeren Hand. Ich war ehrgeizig. Hätte ich nicht diverse Knie-OP’s gehabt, hätte ich auch mal Bundesliga oder 2.Liga spielen können. So kam nicht mehr als 3. Liga raus.

IMMER AUF DER SUCHE NACH DEM OPTIMUM

Was ich damit sagen will: Ich wollte immer das Optimum rausholen. Und das kann ich in meiner jetzigen Form nicht. Klar, traue ich mir eine 8:40h in Roth zu. Daran hat sich nichts geändert. Aber ich sehe weiter. Ich möchte noch in 20-25 Jahren Triathlon machen. Und ich möchte über Jahre hinweg meine Altersklasse dominieren. Dazu bedarf es aber mehr. Vor allem einen größeren Horizont. Der Rest würde mich momentan nicht glücklich machen. Deswegen werde ich dieses Jahr nicht in Roth starten. Ich werde mich auf die WM konzentrieren. Auf Mitteldistanzen.

KEINE CHALLENGE ROTH 2017

Ich werde ein Athlet, der mehr ist, als eine Ausdauermaschine. Crossfit und Yoga will ich machen. Mehr ‘nur’ Radfahren. Pässe in den Alpen erklimmen. Meine Lauftechnik verbessern. Mal einen Halbmarathon auf Zeit laufen. Es gibt so viele Dinge, die es zu entdecken gilt. Und das schließt auch neue Ernährungsformen ein. Dazu aber in den nächsten Tagen mehr!

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15 Comments

  • Gabor
    12. Januar 2017 at 21:45

    Servus du Sportspinner,

    zu aller erst einmal ist das wieder ein toller Text, hab ihn quasi aufgesogen. Ich kann dir das alles sehr gut nachempfinden, da auch ich ein Perfektionist bin. Die Überschrift heißt ja:”Bist du wirklich glücklich oder glaubst du es nur zu sein?” Die Frage habe ich mir in den letzten Wochen auch öfters stellen müssen und kam zu dem Ergebnis #läuft. Was hat dir auf dem Weg zu deinen “Antworten” geholfen? Kannst du Literatur empfehlen oder war es “nur” die Analyse deiner selbst?

    • Sportspinner
      13. Januar 2017 at 13:33

      Mach ich separat in der nächsten Zeit. Gibt allerhand Lektüre! 🙂

  • Maddin
    12. Januar 2017 at 21:55

    Ganz starker Artikel.
    Liest sich wie ein Gedankensplitter abends auf der Couch…
    Aus meiner Sicht machst Du es genau richtig…
    Es soll dauerhaft Spaß machen…und zwar Dir!!

  • Florian S.
    12. Januar 2017 at 22:50

    Größten Respekt zu dieser Einsicht und auch der Offenheit, das alles so Preis zu geben. Geh einfach deinen Weg und scheiß auf die Kritiker die eventuell kommen. Ich vermute, die Community die du hier und bei youtube aufgebaut hast, ist da gleicher Meinung…wir freuen uns über guten Content unserer gemeinsamen Leidenschaft. Und nur wenn du diese Leidenschaft in deiner Weise auslebst, wird auch der Content geil…Insofern, zieh René zieh 😉

  • Frank Bock
    13. Januar 2017 at 4:23

    Danke Rene für die ehrlichen Worte. Zugegeben, zuerst war ich ein wenig enttäuscht, dass Du dieses Jahr nicht in Roth startest. Doch beim lesen habe ich Deinen Standpunkt nachvollziehen können und es gehört auch Mut dazu, solch Entscheidungen zu treffen. Nicht wenige wird es geben, die Dir vorwerfen: “Der Domke kneift, weil er es nicht packt.”
    Gehe Deinen eigenen Weg, schau nach links und rechts, aber lass Dich von Deinem Perfektionismus nicht bremsen.

  • Timo Münch
    13. Januar 2017 at 10:04

    Schönes Ding. Finde es auch gut, dass du nicht auf den kurzen Erfolg aus bist. Auch wenn ich dich manchmal zu Fashion-Blog-Domke finde. Du bist ein klasse Kerl!

    • Sportspinner
      13. Januar 2017 at 13:32

      Zu Fashion-Blog-Domke finde? Was heißt das denn? 🙂

  • Daniel
    13. Januar 2017 at 17:00

    Sehr inspirierende Worte von dir und Hut ab für diese Ehrlichkeit. Ich finde es gut, wenn Sportler so kritisch mit sich umgehen können und immer auf der Suche nach einem Weg sind, sich stetig zu verbessern. Es gibt zig Sportler, die sich allein nur auf ihr Können ausruhen und das Wesentliche um sich herum vergessen. In diesem Sinne Sportfrei!!

  • Jonathan Krug
    13. Januar 2017 at 21:06

    Fashion-Blog-Domke :D, straffer Artikel! Das war sicher keine leichte Entscheidung. Meinen Respekt. Weiter so.

  • Benedikt
    14. Januar 2017 at 11:13

    Hallo Rene,
    Mein Vater und ich verfolgen euch nun schon seit Stunde Null und haben schon die Unterkunft als Zuschauer für #Roth2k17 gebucht um euch zu Treffen und einmal den “Rene Junge” Kampfrei zu performen. Nach der Frodeno-Gala im letzten Jahr hatten wir gehofft, dass es in diesem Jahr ein weiteres Highlight wird mit dir in Roth! Nun ist es natürlich extrem Schade, dass dieses Projekt fallen gelassen wird, aber das ist natürlich deine Sache. Seid ihr als Zuschauer anwesend?
    Beste Grüße

    • Sportspinner
      14. Januar 2017 at 15:16

      hey, danke für die nette Nachricht. Ich werde ziemlich sicher da sein! Werde mich schon ein Aktion zum Meet & Talk einfallen lassen! 🙂

  • Lefty
    25. Januar 2017 at 19:56

    moin aus Hamburg

    mehr nur Radfahren geht ganz gut hier oben.
    probier` mal die Cyclassics.
    motiviert sehr wie geil ihr den Sport lebt.
    Gruß

  • Lefty
    31. Januar 2017 at 4:55

    Moin René ,
    ich fahre zwar ” nur ” Rad und das auch gerade erst seit einer Saison … bin aber begeistert von Eurer / Deiner Art darüber zu berichten und andere teilhaben zu lassen.
    Es motiviert und macht einen Heidenspaß.

    Grüße aus Hamburg

  • Der Tobi
    17. März 2017 at 11:01

    Naja, Renè – zum Ironman gehört halt auch mehr als leeres Gelaber. Das ist halt genau das was Du sein willst, nachhaltig und samt Yoga, das ist Ironman. Aber mei, mach mal. Narzistischer Ausredenkünstler 🙂 schön geschrieben.

    • Sportspinner
      21. März 2017 at 14:01

      Schön, dass dir der Schreibstil gefällt. Für jeden was dabei, egal was! 😉

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